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Weimar - Exkursion im Literaturunterricht

Mitte April 2007 gingen die Schülerinnen und Schüler unserer beiden 9. Klassen mit Ihren Kursleiterinnen Deutsch, Frau Dr. Volkmann und Frau Dr. Lorz, sowie ihren Klassenleitern, Frau Rüter und Herrn Schaarschmidt, auf eine Projektfahrt ganz besonderer Art:

Sie wollten auf literarische Entdeckungstour in die Klassiker- und Kulturhauptstadt Europas von 1999, nach  Weimar, fahren. Im Kopfe hatten sie „Gefunden“ und den „Erlkönig“, den „Osterspaziergang“ und "Willkommen und Abschied“ und den Freundschaftsbund Goethe – Schiller parat, aber auch die Wartburg mit Minnesang, Luther und die Burschenschaften... .


vor  dem Goethe-Nationalmuseum

Am frühen Nachmittag im Jugendhotel am Herrenberg in Jena bei schönstem Frühlingswetter angekommen, ging es nach dem Bezug der Zimmer und dem Fassen der Verpflegungsbeutel gleich weiter nach Weimar. Unser  netter Fahrer Herr Wrase aus Greifswald hatte seinen Bus ziemlich dicht am Stadtzentrum geparkt, sodass wir schon in wenigen Schritten am  Frauenplan waren. Dort bekamen wir eine sehr interessante und kurzweilige Führung durch Goethes Wohnhaus. Bekanntes und Neues, Erstaunliches und Skurriles aus dem Leben und Schaffen des Herrn von Goethe als Dichter, Minister, Naturwissenschaftler  und wohl auch Frauenliebhaber ließen die Zeit in diesem Hause recht schnell vergehen. Nach einer individuellen Abendbrotpause trafen wir uns um 20 Uhr auf dem rekonstruierten Markt am Cranach-Haus zu einem abendlichen geführten Stadtrundgang unter dem Motto der „Vier Größen Weimars“: Wieland, der Aufklärer und Fürstenerzieher; Herder, der Humanist und Superintendent; Schiller, der Dichter und Theatermann und natürlich Goethe, der wohl Größte und Vielseitigste von allen. Und so führte uns dieser zweistündige Rundgang zu allen wichtigen Ecken, Plätzen und Gebäuden rund ums und durchs Stadtzentrum... .


Treff auf dem Weimarer Markt zum Abendrundgang

Kurz vor Mitternacht lagen wir erst in unseren Betten, als wir bereits um 6 Uhr in der Früh von unseren Lehrern sachte geweckt wurden und wir nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück noch vor Acht wieder unseren Bus bestiegen und die Autobahn nach Eisenach befuhren. Schon bald grüßte uns nach den „Drei Gleichen“ Burgen  dann auch schon die Wartburg von fern. Nach dem steilen Fußmarsch vom Busparkplatz am Fuße der Burg hinauf zum Burgtor waren wir dann alle wirklich wach. Schnell ein Gruppenfoto, und dann wurden wir auch schon zur Führung erwartet, die uns durch die wichtigsten Räume und Paläste dieses Weltkulturerbes, wie wir später auch an den internationalen Touristen erkannten,  führte. Aha, nun standen wir also im berühmten Palast vor dem Fresko „Der Sängerkrieg“ des Moritz von Schwind. Wie war das mal noch mit Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, dem Sängerkrieg und Richard Wagner? Oh je, Geschichte, Kunst, Musik und Literatur, und das alles auf einmal.... .

 

Im Burgmuseum bewunderten wir besonders die Gemälde Lucas Cranachs und die Leuchterengel aus Lindenholz  aus der Werkstatt des Tilmann Riemenschneider.

In der Lutherstube suchten wir vor allem nach dem berühmten Tintenfleck an der Wand, aber vergeblich, da waren andere Besucher wohl schneller.. .Einige von uns bestiegen auch noch mutig den Südturm und wurden mit einem herrlichen Ausblick auf das Thüringer Land belohnt. Wir alle aber bekamen zum Abschluss, und weil wir so lieb und artig waren, von unseren Lehrern eine echte Thüringer Rostbratwurst, oder auch zwei, spendiert.


im Innenhof der Wartburg
 

im Palast der Wartburg vor dem Fresko von Moritz von Schwind "Sängerkrieg"

Am Nachmittag fuhren wieder nach Weimar zurück, wo wir nach einem Besuch von Goethes  Gartenhaus im blühenden Park an der Ilm  aus unseren ganz persönlichen Stadtbummel starteten.

Nach einem schmackhaften warmen Abendbrot in unserem Hotel in Jena waren wir abends 20 Uhr im weltbekannten Zeiss-Planetarium: Das war noch einmal eine geballte Ladung Geo, Astro und Physik, aber eine ganz, ganz tolle!!!! Zunächst wurde uns mittels modernster Technik der Abendhimmel über Jena und das Erscheinen seiner markanten Sterne, Planeten und Sternbilder präsentiert. Anschließend wurden wir auf eine spektakuläre  Abenteuerreise zur der Eroberung des Kosmos vom ersten Sputnik bis zur ISS mitgenommen. Beschlossen wurde dieser Abend mit einer fantasievollen Show aus Farbspielen und Musik.

 

         

 


 

Am Morgen des dritten Tages ging  es nach dem Frühstück nach Buchenwald auf den Ettersberg bei Weimar. Wir hatten bereits Einiges davon gehört, obwohl wir im Geschichtsstoff noch nicht so weit sind. Auf einer mehr als zweistündigen Führung wurde uns von Mitgliedern des Fördervereins während eines Rundganges das ehemalige Lager sehr anschaulich gezeigt und erklärt. Dort, wo mehr als 250.000 Menschen inhaftiert waren mehr als 50.000 Menschen ihr Leben lassen mussten, wurden wir ganz still vor Nachdenklichkeit, Entsetzen und Trauer..... .Bei einer abschließenden Filmvorführung wurde uns das ganze Ausmaß des faschistischen Terrors, der von Deutschland auszog, um das so genannte Dritte Reich für immer und ewig in ganz Europa zu installieren, bewusst. Nie wieder!!!

 

 


Am Beginn der Führung


Am "Caracho-Weg"


Vor dem Lagertor


Auf dem ehemaligen Appellplatz


Im Krematorium


Im Krematoriuminnenhof


Sehr bedrückt traten wir am Nachmittag unsere Heimreise an. Wir danken unseren Lehrern dafür, dass sie mit uns gemeinsam solch eine erlebnisreiche und unvergessliche Projektfahrt unternommen haben. Viele von uns sind sich schon heute sicher, dass sie in ihrem späteren Leben sicher noch einmal nach Weimar kommen werden.

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