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Unter diesem Motto stand unsere
diesjährige Studienreise der neunten Klassen nach Weimar, Eisenach und Jena.
Und wir spürten es wirklich - diese
kleine Reise hat uns verändert, denn wir haben nicht nur viel gesehen und
erlebt, wir haben wirklich gelernt und begriffen.
Selbstverständlich sollten wir bekanntes Wissen zur deutschen und
europäischen Kulturgeschichte festigen und erweitern. Aus diesem Grunde
hatten uns unsere Lehrer nicht nur gut auf die Reise vorbereitet, sondern
auch ein umfassendes Material in die Hand gegeben, das wir bearbeiten
sollten. Da hieß es schon: aufpassen, nachfragen, nachrecherchieren.
Tatsächlich konnten wir viele Fragen schon dadurch beantworten, indem wir
bei den Führungen aufmerksam zuhörten. Hilfreich waren auch die zusätzlichen
Moderationen der Lehrer während der Busfahrten.
Als wir am 29. März 2011 in den komfortablen Bus des Reiseunternehmens
Ulrich Wrase aus Kemnitz in Ostvorpommern einstiegen, waren wir schon lange
neugierig geworden auf die Stätten der Klassiker in Weimar, auf den
Wissenschafts- und Industriestandort Jena und auf das Mittelaltererlebnis
auf der Wartburg.
Am Ende der Reise konnten wir mit Recht sagen, dass wir Geschichte zum
Anfassen erlebt haben. Es war einfach beeindruckend, an Plätzen zu stehen,
die schon Walther von der Vogelweide, Martin Luther, Lucas Cranach, Johann
Sebastian Bach oder Goethe und Schiller gesehen haben.
Schwer erschüttert hat uns aber der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen
Konzentrationslagers Buchenwald am letzten Tag. Ganz in der Nähe der Stätten
des humanistischen und frühen demokratischen Denkens in Deutschland wurden
gerade diese Werte auf schlimmste Art in der Zeit des Nationalsozialismus
mit Füßen getreten. Beim Anblick der Verbrennungsöfen im Krematorium, des
Appellplatzes und der Barackenbereiche blieb keiner von uns unberührt. Über
55.000 Menschen sind allein in diesem Lager zwischen 1937 und 1945 ums Leben
gekommen, viele auch deswegen, weil sie sich gegen das Regime stellten und
für eine freie und demokratische Welt eintraten. Andere wurden Opfer, weil
sie nicht in das Raster des faschistischen Menschenbildes passten.
Hier mussten wir an den alten Rocksong der DDR-Band „Klosterbrüder“ denken.
Dort heißt es: „Singe mein Lied einer alten Stadt,/die so viel großes
geboren hat“.
Singe mein Lied einer alten Stadt,/ die in ihrem Namen tiefen Schmerz
verbunden hat./Buchenwald! Wie prägst du das Bild dieser Stadt, die in Glanz
gehüllt?
Und viele Blumen leg´ ich auf die Stufen/schmücken sie auch Steine nur./Höre
aus ihnen das mahnende Rufen/und nehme mit mir einen Schwur.“
Dass jeder von uns eine Rose zum ehrenden Gedenken an die Opfer niederlegte
war uns ein tiefes inneres Bedürfnis – und wir haben begriffen, dass es
dabei um mehr als die Opfer nur dieses Lagers ging.
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