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Unsere Klassenfahrt nach Berlin

Vom 01.04. bis 04.04.08 unternahm die Klasse 8 der Gesamtschule Prerow ihre nunmehr 3. Klassenfahrt. Monatelang hatten wir uns darauf gefreut und vorbereitet. Am frühen Morgen des 1. Aprils sollte es nun endlich losgehen – 16 Schüler und zwei Lehrer  stiegen voller Erwartungen in einen Zug in Ribnitz, um nach nur 3 Stunden in der Hauptstadt Deutschlands, in Berlin, anzukommen. Schon die Ankunft im Berliner Hauptbahnhof war für viele ein Erlebnis, denn dort  kommen und fahren nicht nur Züge an bzw. ab, in zahlreichen Geschäften kann man nach Herzenslust shoppen oder  auch einfach die besondere Architektur des Gebäudes bestaunen.

Als Erstes fuhren wir zu unserer Jugendherberge, dem HappyBed Hostel im Stadtteil Steglitz. Wir bezogen unsere Zimmer, machten uns mit dem Haus und seinen Angeboten an Freizeitmöglichkeiten vertraut, um dann unsere Entdeckungstour durch die Hauptstadt zu beginnen. 

Wir starteten am Brandenburger Tor, dem Monument für Frieden und Sieg, Symbol der Wiedervereinigung und wohl eines der berühmtesten Wahrzeichen der Stadt. Von dort schlenderten wir über den wohl bedeutendsten Boulevard Berlins „Unter den Linden“ zur Schlossbrücke, vorbei an Highlights der neuen Metropole, wie dem rekonstruierten Hotel Adlon oder der Akademie der Künste, dem Prinzessin- und Kronprinzenpalais und der Staatsoper unter den Linden. Wir spazierten weiter vorbei an der Humboldt-Universität, der Neuen Wache, dem Deutschen Historischen Museum, den Gendarmenmarkt mit dem Schauspielhaus, dem Französischen Dom und dem Deutschen Dom, wohl einer der schönsten Plätze Berlins. Unser Weg führte uns  in einen der ältesten Teile Berlins. So sahen wir das alte Museum am Lustgarten und den Berliner Dom. Wir erfuhren, dass der Dom mit seiner mächtigen Kuppel die Peterskirche in Rom zum Vorbild hat und dass er als Begräbnisstätte der Hohenzollern diente. In der Gruft im Kirchenschiff finden sich ca. 100 Prunksärge aus fünf Jahrhunderten, darunter die Särge von großen Kurfürsten, von König Friedrich I und Kaiser Friedrich III. Genau gegenüber sahen wir noch die Reste des Palasts der Republik, dem einstigen Tagungsort der DDR-Volkskammer. An dieser Stelle soll später das berühmte Berliner Staatsschloss zum Teil rekonstruiert werden.

Dieser sehr informative und beeindruckende Spaziergang endete schließlich am Fuße des Berliner Fernsehturms. Mit 368 Meter ist der Fernsehturm das höchste Bauwerk Berlins. Der Fernsehturm wurde 1965 – 1969 nach Ideen von Hermann Henselmann, Fritz Dieter und anderen erbaut. In 207 m Höhe befindet sich ein Drehcafé. Da wir an diesem Tag tolles Wetter hatten, stand für unsere Klasse natürlich fest, dass wir uns Berlin unbedingt von oben anschauen wollten. Wir sollten nicht enttäuscht werden, uns bot sich eine atemberaubende Sicht auf die Stadt.

 

Anschließend fuhren wir zurück ins Hostel, aßen Abendbrot, um dann gleich wieder durchzustarten. Dieses Mal ging es zum Potsdamer Platz, genauer gesagt dem Sony Center, denn wir wollten uns im dort ansässigen IMAX 3D Kino einen Film anschauen. Alle Schüler waren von diesem besonderen Kinoerlebnis völlig begeistert und fuhren glücklich, wenn auch erschöpft, zurück ins Hostel.

Auf dem Programm des 2. Tages unserer Klassenfahrt stand zunächst eine ca. 1 1/2 stündige Stadtrundfahrt. Es ging kreuz und quer durch Berlin. Ein junger Stadtführer  zeigte uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und berichtete auf eine sehr  anschauliche Art und Weise über deren Geschichte. Am interessantesten waren sicherlich die zahlreichen Hintergrundinformationen zur Geschichte und dem Verlauf der Berliner Mauer, der Besuch des Checkpoint Charlie, die von ihrer Bauart sehr unterschiedlichen  Botschaften der einzelnen Länder und das Kanzleramt

Unsere Stadtrundfahrt endete am Kurfürstendamm, wo wir dann nach Herzenslust shoppen konnten.

     

Im Anschluss daran besuchten wir das Pergamon-Museum, das sich auf der Museumsinsel befindet. Ein junger Museumspädagoge gab uns einen  interessanten und sehr informativen Einblick in die antike Welt der Griechen, Römer und Mesopotamier. Absolutes Highlight war natürlich der Pergamonaltar. Aber auch das römische Markttor von Milet in der Antikensammlung sowie das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße von Babylon im Vorderasiatischen Museum waren spektakulär.
Der Besuch des Reichstagsgebäudes und der herrliche Blick von der Terrasse auf das abendliche Berlin rundeten den 2. Tag unserer Reise ab, sodass wir am Abend zufrieden in unsere Betten fielen.

     

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Kreuzberg, wo sich das Jüdische Museum befindet. Den Neubau mit seinem metallverkleideten Gebäude, blitzförmigem Grundriss und zackigen Fensteröffnungen, schuf der US–amerikanische Architekt Daniel Libeskind. Eine Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin dieser Einrichtung, machte uns mit zahlreichen Dokumenten, Kunstwerken, Alltagsgegenständen und multimedialen Exponaten vertraut, die die verschiedenen Facetten deutsch-jüdischer Kultur von den Anfängen über das Mittelalter bis in die Gegenwart illustrieren.
Der schräge und unregelmäßige Bau dieses Gebäudes, der die Unterdrückung, Eingeengtheit, sicher auch die Verzweiflung der Juden in ihrer Situation symbolisieren sollte, hinterließ auch bei uns ein Gefühlschaos, das einen aus dem Gleichgewicht zu bringen schien. Im Anschluss an den Museumsbesuch begaben wir uns in die Nähe des Pariser Platzes, wo ein monumentales Stelenfeld an die ermordeten Juden Europas erinnert. Das Denkmal besteht aus einem begehbaren Labyrinth aus 2711 grauen Betonstelen unterschiedlicher Höhe. Sie wurden so zusammengestellt, dass sie von oben betrachtet eine gigantische wellenbewegte Fläche bilden.
Tief bewegt und voller neuer Eindrücke fuhren wir zurück zum Hostel.

        

 

     

Dort blieben wir jedoch nicht lange, denn einer der Höhepunkte unserer Klassenfahrt stand noch bevor. Wir wollten eine Vorstellung der weltbekannten Blue Man Group erleben. Auf die  3 „blauen Amerikaner“ hatten sich alle im Vorfeld besonders gefreut. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Uns wurde in ca. 2 Stunden eine spektakuläre Show gezeigt, die mit viel Musik, Farben, Trommeln, Witz und Publikumsbeteiligung alle Zuschauer von den Sitzen riss. Wir waren uns am Ende alle einig. Diese einmalige Vorstellung bildete den krönenden Abschluss unserer Klassenfahrt und würde uns sicher noch lange im Gedächtnis bleiben

 

Den letzten Vormittag in Berlin nutzten wir noch einmal, um auf der drittgrößten Einkaufsmeile von Berlin, der Schlossstraße, einkaufen zu gehen. Letzte Andenken wurden gekauft, bevor wir dann am frühen Nachmittag die Heimreise antraten und am Abend wohlbehalten wieder von unseren Eltern am Ribnitzer Bahnhof empfangen wurden. Trotz Müdigkeit und Anzeichen von Erschöpfung waren wir uns alle einig, dass diese Klassenfahrt einen der Höhepunkte dieses Schuljahres bildet und wir so etwas auf jeden Fall wiederholen wollen.
Wer weiß, wo uns unsere nächste Reise hinführen wird?