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Verwöhnstunden in der Freien Schule

Prerow. Wenn man montags grüne Blätter zu sich nimmt, dienstags Zitronen und mittwochs Öl, kann man dann donnerstags sagen, man habe Salat gegessen? Wie alles zusammen geht und schmeckt, erprobten gestern die dritten Klassen der Freien Schule Prerow.

Dijana Sulejmani und Susanne Jahn, beide Ernährungsberaterinnen, waren dafür extra aus Hamburg angereist. Im Gepäck hatten sie große Schüsseln, Schneebesen, Glasbretter, Messer, Sparschäler, Geschirrtücher und viele Fragen zur Ernährung. Was sie für eine „Erlebnisreise durch die Obst- und Gemüsewelt“ brauchten, brachte Marktleiterin Beate Ehlert vom EDEKA in Born mit: Kisten voll Möhren, Tomaten, Radieschen, Gurken, Paprika, Kohlrabi, Rettich und eine ebenso große Auswahl an Obst. Nach einem kleinen Wissenstest, bei dem die Kinder Leseproben gaben, konnten sie an drei Fühlboxen eine Frucht ertasten. Dabei kam der Rettich schlecht weg.

„Kohlrabi hat einen hohen Calciumgehalt; zum Verzehr von Möhren gehört immer etwas Fett, damit die Vitamine vom Körper gut aufgenommen werden können“, erklärte Dijana. 

Im Nu verwandelten die drei Frauen das Klassenzimmer in eine Großküche mit 29 Helfern. Bevor es ans Schneiden ging, wuschen sich alle Kinder die Hände! Auch das will gelernt sein. Und dann begann die freudvolle Arbeit.

 

Während eine Gruppe das Obst zubereitete, die andere das Gemüse schälte oder schnitt, rührten Meike, Jonas und Willi zwei verschiedene Soßen (Dips) für den Genuss der Obst- und Gemüsesticks an. Marktleiterin Ehlert hatte gute Zutaten ausgewählt: Quark, Milch, Honig, Zitronen, Sonnenblumenöl, Senf und frische Kräuter. Zwei Unterrichtsstunden vergingen wie im Fluge. Zum Schluss erhielt jedes Kind ein Kochbuch, in dem die Ernährungspyramide den Weg zur gesunden Ernährung weist.
„Wir sind jeden Tag an einer anderen Schule – auf Obst-Gemüse-Tournee“, sagte Dijana Sulejmani. „Das geht vom EDEKA Bildungswesen aus. Wir haben die Aktion konzipiert. Leider gibt es noch Kinder, die ein Stück kalte Pizza vom Vorabend mit in die Schule bringen oder statt Pausenbrot Milchschnitten und süße Fruchtzwerge dabei haben.“ Grundschullehrerin Anke Kunna von der Freien Schule ergänzte: „Wir achten darauf, was die Kinder essen, sprechen auch mit den Eltern darüber. Am Nachmittag im Schulhort gibt es täglich eine Obstpause.“

 

 

 

OZ - Elke Erdmann - 11.05.09