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Gesamtschule Prerow |
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Schülerakademie des Schuljahres 2008/2009 eröffnet |
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Bereits am Freitag, dem 5. September 2008, wurde die diesjährige Schülerakademie eröffnet. Ernst Bergemann, Wissenschaftler aus Berlin, war zu Gast bei den Schülern der 10. und 11. Klasse. Lesen Sie bitte dazu seinen nachstehenden Bericht. Allem voran sei ihm aber zunächst herzlichst gedankt von seinen jungen und älteren Zuhörern für diesen dreistündigen Diskurs. |
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Gerald Schaarschmidt, der Schulleiter der Gesamtschule Prerow,
begrüßte Ernst
Bergemann, Mitglied der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft e.V. und
Berliner Medizinischen Gesellschaft e.V., erstmals am 22. September 2005
in der Prerower Schule. Er hielt einen Vortrag zum Thema Wissenschaft,
Religion und Kunst. Gasthörer waren die Schüler der beiden 10. Klassen aus
dem Philosophie- (Philo)
und
Religionskurs mit ihren Kursleitern, Nawi- Lehrern (Nawi)
sowie der Prerower Pfarrer Reinhard Witte. Den Bericht finden Sie unter
Philo. Eingebunden darin war ein historischer Exkurs zu den größten Naturforschern aller Zeiten, zu Männern wie Kepler, Newton, Leibniz und Einstein und ihrer tiefen Religiosität. Da Bergemann selbst auch ein begnadeter Pianist ist, setzte er sich in den Denk- und Sinnespausen selber ans Klavier und brachte Perlen der Weltmusikkultur zu Gehör, die direkte Bezüge zum Leben und Schaffen vieler Wissenschaftler und Theologen haben. Im sich anschließenden Streitgespräch hatten die Schüler dann so viele Fragen an den Theologen Witte und den Naturwissenschaftler Bergemann, dass der ursprünglich vorgesehene zeitliche Rahmen um ein Vielfaches gesprengt wurde:
„Gibt es einen Plan
Gottes“? - das waren nur einige der vielen Fragen, die den 10Klässlern unter den Nägeln brannten. Beim (vorläufigen) Schluss – Applaus waren beide Seiten sich einig, diesen Disput gelegentlich fortzusetzen. Nun ist es - drei Jahre danach - am 5. September 2008 so weit. |
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Eröffnung der Schülerakademie 2008/2009 am 5. September 2008 „Ausgangspunkt“ vor drei Jahren war der Vortrag von Max Planck vom Mai 1937 in dem er sagte, dass „religiöses und wissenschaftliches Denken“, „Schöpfung und Evolution“, „sich ergänzen und einander bedingen“. Damals wussten die Diskussionsteilnehmer noch nicht, dass 1981, also 44 Jahre nach Planck, dafür der Fragesteller, der amerikanische Neurobiologe Roger Sperry (1913 - 1994), den Nobelpreis für Medizin bekam. Sperry hatte bewiesen, dass jeder Mensch 2 Gehirnhälften hat, mit denen er analytisch und synthetisch denkt, und dass wissenschaftliches und religiöses Denken sich auch biologisch ergänzen.
Es ist wenig sinnvoll, wenn sich heute „Pro Ethi“, http://hpd.de/node/4617 (1. Reihe links Ernst Bergemann) oder „Pro Reli“, www.pro-reli.de, in Volksbefragungen gegenseitig polarisieren. Im Ethikunterricht sollte beides wertneutral gelehrt werden. „Pro Ethi und Pro Reli“ ist die Lösung, nicht „Pro Ethi oder Pro Reli“. Toleranz im Sinn der „Kosmischen Religiosität“ von Albert Einstein und Max Planck ist das verbindende Prinzip.
Naturgesetze gelten für alle Weltreligionen in allen Ländern der Erde. Die vor drei Jahren in der 3. Schülerakademie gestellten Fragen „gibt es einen Plan Gottes“, „ist unsere Welt Energie, die sich in Raum und Zeit bewegt“, „kann man von Evolution aus Sicht des Schöpfungsberichtes sprechen“ beantworten sich selbst inzwischen eindeutig mit „Ja“. In den „Denk- und Sinnespausen“ spielt Ernst Bergemann wieder wie vor drei Jahren „Perlen der Klavierliteratur“ aus seinem Programm in Bochum am 11. Dezember 2008. Je nach Stil der Diskussion spielt er in der Tonkunst die aggressive Revolutionsetüde, op. 10, Nr. 12 von Frèdéric Chopin (1810 - 1849), oder die friedliche Träumerei aus den Kinderszenen, Op. 15, Nr. 7, von Robert Schumann (1810 - 1856). Weitere Perlen-Wünsche sind möglich. Er gibt zu bedenken, dass nach der Aufklärung und dem Zeitalter der Spezialisierung im 21. Jahrhundert ein Zeitalter des synthetischen Denkens beginnen könnte. Auf die anwesenden Schüler kommt es an, sie sind unsere Zukunft. Lernen wir gemeinsam lebenslang Toleranz. Max Planck und Albert Einstein, die beiden großen Berliner Physiker-Philosophen, waren schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Meinung, dass es nur eine Wahrheit gäbe. Sie würde in der Mitte stehen und wir Menschen um sie herum. Jeder von uns müsste die Wahrheit von seinem Standpunkt natürlich anders sehen, aber erst alle Standpunkte zusammen ergäben die ganze Wahrheit. Nach dem Grauen der beiden letzten Weltkriege, der Teilung Deutschlands und der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 leben wir nun in einem vereinigten Europa und stehen an der Schwelle zu einer neuen Kultur. Auch die Freie Schule Prerow ist auf dem Wege zur Europa - Schule. Ihre Stationen sind Deutschland - Österreich - Dänemark - Großbritannien- Polen - Spanien, auf ihrer Homepage können Sie es unter Europa nachlesen. Ernst Bergemann las Berichte über die Arbeit des Vereins „Kosmische Religiosität e.V.“, der vom Senat in Berlin als „besonders förderungswürdig“ zur „Förderung der Erziehung, Volksbildung und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe“ anerkannt wurde. Zum Abschluss singen die Teilnehmer der 4. Schülerakademie die Europa-Hymne mit dem Text von Friedrich v. Schiller und der Musik von Ludwig v. Beethoven „Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, wir betreten feuertrunken, Himmlische dein Heiligtum. Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt. Alle Menschen werden Brüder wo Dein sanfter Flügel weilt“.
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