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Gesamtschule Prerow |
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Ein Neuseeländer in Prerow |
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Prerow. Kein Amerikaner in Paris, sondern ein Neuseeländer in Prerow. Während andere davon träumen, nach Amerika, Australien oder Neuseeland auszuwandern, hat sich der Neuseeländer Thomas Hodgson für die deutsche Ostsee, speziell für die vor Fischland-Darß-Zingst, entschieden. Wobei ihn die Liebe um die halbe Welt geführt hat. Der 28-Jährige lernte zu Hause in Neuseeland, wie er sagt, die Liebe seines Lebens kennen. Seine Frau Anna, mittlerweile haben die beiden geheiratet, im Januar kommt ihr erstes Kind, war für fünf Monate in Neuseeland. Mit ihrem Vater absolvierte sie dort einen Trainingskurs in Sachen Windsurfen und Segeln. Als sie zurück nach Deutschland ging, folgte er ihr zwei Monate später. Für Thomas Hodgson kein Problem. Denn die Welt ist in seiner Familie gedanklich eher klein. Kontinente nur ein Katzensprung voneinander entfernt. Seine Schwester und sein Bruder leben in England. Ein anderer Bruder in den USA. Und seine Mutter kommt ursprünglich aus Holland. Multikulti – bei den Hodgsons wird es gelebt. Wobei Thomas Hodgson bereits seit zwei Jahren in Deutschland ist. Er wohnt mit seiner Frau in Pruchten. An der Freien Schule Prerow ist er seit November als Fremdsprachenassistent für Englisch in der fünften und sechsten Klasse bisher tätig. Als englischer Muttersprachler ergänzt er den Unterricht von Lehrer Peter Kortmann und Lehrerin Dörte Schacht, beide fungieren als seine Mentoren, mannigfaltig. „Was den Unterricht sehr bereichert. Auf diese Weise kann ein größeres Gewicht auf landeskundliche Aspekte, wie beispielsweise Weihnachten in Neuseeland und Australien, gelegt werden. Immerhin ist dort jetzt Sommer. Auch kann die englische Aussprache wesentlich intensiver geübt werden“, so Schulleiter Gerald Schaarschmidt. Letzteres wissen Dörte Schacht und Peter Kortmann sehr zu schätzen. „Die richtige Betonung von Wörtern ist entscheidend. Indem die Schüler unterschiedliche englische Dialekte hören, wird ihr Gehör geschult. Hierbei ist er eine tolle Unterstützung.“ Für Thomas Hodgson ist es überaus spannend, seine Muttersprache deutschen Schülern beizubringen. An der Otago University in Dunedin hat er Volkswirtschaft, Politik und Philosophie studiert. Er hat einen Bachelorabschluss. „Ich habe festgestellt, dass die Schüler es mögen, wenn ich mit ihnen aus eigenem Erleben die Tierwelt Australiens bespreche, umgangssprachliches Vokabular von ’Down Under’ einfließen lasse, englische Lieder aus meiner Kindheit singe oder traditionelle Tänze von der südlichen Hemisphäre zeige“, sagt er. Schulleiter Gerald Schaarschmidt hat weitreichende Pläne mit seiner englischsprachigen „Neuerwerbung“. Die Vorstellungen gehen dahin, Thomas Hodgson, nach einer Eingewöhnungsphase, im bilingualen Unterricht in punkto Politik, Wirtschaft und Philosophie in der gymnasialen Oberstufe einzusetzen. „Die Möglichkeit, das Fach Wirtschaft auf englisch in den Gymnasialklassen zu unterrichten, ist unschätzbar. Thomas Hodgson ist dabei eine Familie in Pruchten zu gründen, er will hier bleiben. Für uns als Schule und Prerow als Bildungsstandort eine großartige Chance“, meint Schulleiter Schaarschmidt. Persönlich ist Deutschland für Thomas Hodgson eine faszinierende Erfahrung. Für ihn eine vollkommen andere Kultur. „Das erste Jahr hier war schwer für mich. Ich musste und habe viel gelernt, um die Sprache zu sprechen und die deutsche Kultur zu verstehen“, sagt er. Was die Schule betrifft, ist der Neuseeländer begeistert, wie offen die Schüler ihm entgegen treten und wie interessiert sie an seiner Kultur sind. Zum Vergleich von deutscher Schule zur neuseeländischen meint er: „Ich erlebe in Prerow, dass deutsche Schüler viel respektvoller mit ihren Lehrern umgehen. Was absolut besser für den Unterricht ist. Auch gibt es hier einen größeren Austausch mit anderen Kulturen und Ländern.“ Auf Letzteres wird an der Prerower Schule großes Gewicht gelegt. Das Stichwort ist: „Die Welt zu Gast in Prerow“. Austauschschüler und europäische Partnerklassen geben sich die Klinke in die Hand. Während zurzeit ein Schüler in Seattle/USA weilt, ist eine Schülerin gerade aus Frankreich zurück. Und Luis Olmos, der Austauschschüler aus Mexiko, ist nach halbjährigem Aufenthalt Mitte Dezember zurückgegangen. „Unsere Schüler erleben, dass die Welt nicht in Gummistiefeln an der Meinigenbrücke endet“, so Schulleiter Gerald Schaarschmidt. HAI OZ 28.12.2011 Cl. Haiplick
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