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Mascha Kaléko :         Großstadtlerche  –  Emigrantenkind

Ein Mitmach- Porträt in Liedern mit  Cathrin Alisch  für Kinder u Jugendliche ab 14

 

Dazu waren am Vormittag des 1. Dezember 32 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 11 des Prerower Gymnasialen Schulteils durch den Kurbetrieb in den Kulturkaten „Kiek In“ eingeladen. 

Seit mehren Jahren stellt die Berliner Künstlerin Dr. Cathrin Alisch in Kooperation mit Schulen, Kirchen und anderen öffentlichen Institutionen in Deutschland und der Schweiz  Konzertprogramm für Kinder und Jugendliche alterspezifisch einfühlsam Leben und Lyrik Mascha Kalékos vor. Freiraum für Schülerbeiträge, Diskussion und Assoziation gehören ebenso zum Konzept wie die genauere Betrachtung von Text und Kontext einzelner Gedichte, ihrer Entstehungsgeschichte und ggf. Vertonung. Auszüge des Konzert-Programms runden diese Veranstaltung ab, die  überall mit großer Resonanz, so auch durch die Prerower Schüler,  aufgenommen wird.  

Die berlin-jüdische Lyrikerin, die am 7. Juni 1907 am Rande der Donaumonarchie geboren worden ist, hinterläßt ihrem jungen Publikum einen ebenso reichen Schatz an sprachlichen Bildern, wie sie ältere Leser in ihren Gedichten zu finden gewohnt sind. Zwischen der Flucht in der eigenen Kindheit und dem Exil als Erwachsene mit Mann und Kind liegen die wenigen leuchtenden Jahre des Mädchens Mascha und der jungen erfolgreichen Lyrikerin in Berlin.
Frech, fröhlich, mit Sympathie für die Sorgen der einfachen Leute und voller Spottlust besingt die Großstadtlerche dieser Zeit die Gassen, Gauner und Gesellen ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Sie galt als ungewöhnliches Talent. Um so härter entzieht das Exil diesem gerade aufblühenden Talent plötzlich die Existenzgrundlage – rechtlich, physisch und emotional. 

Pädagogisch äußerst geschickt bezog Cathrin Alisch die jugendlichen Zuhören auch als Teilnehmer mit ein, wenn es darum ging, in gemeinsamem Gespräch Antwort zu finden auf solche fächerübergreifenden Fragen, wie:

·                    Wie sind diese biografischen Brüche, die unzähligen jüdischen Künstlern durch die Rassengesetze der Nazis aufgezwungen worden sind, mit den vorliegenden sprach-lichen Zeugnissen einem jungen Publikum von heute erlebbar zu machen?

·                    Welche Rolle dabei kann die musikalische Gestaltung übernehmen?

·                    Wie lesen sich allgemeine historische Fakten aus dieser Zeit vor dem Hintergrund eines konkreten Schicksals?

·                    Welche aktuellen Analogien werden für die Schüler bedeutsam?

·                    Welche persönlichen Identifikationsmöglichkeiten bestehen?

 

 

Viel zu schnell vergingen die gut zwei Stunden andauernde gemeinsam zurückgelegte Wegstrecke hin zu erster Bekanntschaft mit der nach Goethe am meisten editierten deutschsprachigen Lyrikerin.
Und man war sich nach lang anhaltendem Applaus und Blumen für die Künstlerin (www.cathrin.de) einig: Diese Form der Zusammenarbeit wird im Frühjahr seine Fortsetzung als Workshop an der Prerower Schule finden.